Lost In The Wild Wild West

Donnerstag, November 09, 2006

Döööööööök

Dies ist die Geschichte von dem Tag an dem ich Dirk das erste mal live und in mehr als nur RGB-Farben gesehen hab. Überlieferungen zu folge hat es sich so oder ähnlich zugetragen:

Schon lange bevor ich überhaupt einen Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt hab, stand für mich eins felsenfest fest (man bin ich wieder wortgewandt heut): ich muss ein (oder mehr) NBA Spiele live sehen. Phoenix und die Suns sind ja zum Glück nicht so weit weg von Tucson. Naja und was bietet sich da mehr an als ein Spiel mit Herrn Dirk Werner Nowitzki und den Dallas Mavericks anzusehen? Der Star von den Phoenix Suns ist übrigens Kanadier (Steve Nash - 2facher MVP), weswegen ich mir dachte dass natürlich noch ein Kanadier gefunden werden, der Steve Nash ebenso unterstützt wie ich Dirk. Am Ende wurden es dann insgesamt zwei Kanadier und zwei Deutsche die Tickets für das Spiel erworben hatten. Die Vorfreude war riiiesengroß. Aber natürlich sollte wieder einmal nichts wie geplant laufen. Mittwoch abend (einen Tag vorm Spiel) krieg ich eine E-Mail von Wygy mit einem total abgefahrenen Paper über Hinterkantenwirbel an Tragflügeln im Anhang und der Bitte dass ich doch am Freitag früh um 11 Uhr eine Präsentation zusammen mit einem anderen aus meiner Forschungs-Gruppe machen soll. Doof. Dessen wollte ich mich irgendwie entledigen. Da passte es mir ganz gut, dass der andere am Freitag gar nicht da war, weil er einen Trip zum Grand Canyon geplant hatte. Also am Donnerstag vormittag hin zu Wygy und ihm die Geschichte erklärt. Überraschenderweise hatte er auch ziemlich schnell eine Lösung für mich: Ich mach den Vortrag einfach allein und der andere macht einfach einen Vortrag über ein anderes Thema die Woche drauf. Noch dööfer (ähm.. döofer? doofer... ach es war halt scheiße!!). Ich hatte also insgesamt 4,5 Stunden Zeit um noch einen Kurs zu besuchen, das Paper zu lesen, eine Präsentation zu machen und zum Treffpunkt zu fahren... was soll ich sagen. Irgendwie hab ichs geschafft.
Und dann gings auf nach Phoenix. Kurz vor dem US Airways Center wurde dann noch ein Jack in the Box infiltriert wo eine standesgemäße Gesichtsverzierung aufgetragen wurde. Das Ergebnis sah dann so aus:
Die 41 ist übrigens Dirk's Rückennummer. Und das waren meine Begleiter:
Und das, das ist der Dirk beim Freiwürde machen
gut gespielt hat er auch, der Dirk. Das Ergebnis waren 35 Punkte, 7 Rebound, 4 Assists und ein 119-112 für Dallas. Während des Spiel musste ich mich übrigens ein wenig zusammenreißen, weil es keinen Dallas Fanblock gab und ich umringt von lauter Suns-Fans ab und zu das Gefühl verspürte, zwangsweise ein freuderfülltes "Dööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööök" von mir geben zu müssen. Als Ausgleich hab ich dann die Suns auch bejubelt (quasi zum Schutz von Geist, Körper und lockigem Haupthaar). Nach dem Spiel gings dann runter zum Spielfeld um Dirk zu sehen. Aber offenbar wusste Dirk nicht, mit wem er es zu tun hat (ich Chef, ich!!), denn mehr als dieses Foto mit Dirk im Hintergrund
und ein Winken und Lächeln (ja, er hat mich angelächelt) im Anschluss ist leider nicht rausgekommen. Dabei hab ich ihm doch so viele nette Sachen zugerufen ("Dirk, du verdammter Chef", "komm mal her auf ein Foto du Boss" "du bist mein Mann, Junge" und andere lustige Sachen). Unverständlich. Naja wenigstens hat er mich für eine Sekunde wahrgenommen...
Erschüttert vor Glück von diesem großartigen Erlebnis gings dann wieder zurück zum Auto. Dort wurde die weitere Abendplanung beschlossen und ein kleiner Snack verzehrt.
Der Weg sollte uns Richtung Mill Ave. (die Partystraße in Phoenix) führen. Vorher wurde noch ein Liquor-Store aufgesucht um den Erheiterungsgrad ein wenig zu steigern. Das dort Erworbene wurde auf dem Parkplatz verzehrt
(das ist im Gegensatz zu Deutschland, in den USA leider nur semilegal, das heißt es ist so lange legal wie man von keinem Polizisten ertappt wird; mein Mitbewohner musste dafür mal 150$ und 50 Stunden Community Service absitzen). Beim Betrachten des Fotos fällt mir ein dass uns Ferdis Freundin, zweite von links auch begleitet hat. Dann gings feuchtfröhlich weiter Richtung Mill Ave. Dort wurde getrunken
und wieder mal lustige Zungenfotos gemacht
Das alles mit lustiger Gesichtsverzierung
die sich im Laufe des Abends durch zu viele Gesichtsberührungen abgetragen hat
Das war alles auch ganz lustig und wir wurden eigentlich unentwegt von Leuten auf unser zauberhaftes Aussehen angesprochen. Das ist dann aber meistens nicht so lustig ausgegangen. Ein Beispielgespräch:
Irgendwer: "Das sieht ja cool aus. Warst du beim Spiel heut?"
Lockiger Mensch:"Hell yeah!!!"
I.:"Wer hat gewonnen?"
L.M."Dallas"
I.:"Was hat es mit dir Farbe auf sich?"
L.M.:"Hab Nowitzki unterstützt"
I.:"Der von Dallas"
L.M.:"Mmmhh... Njoa"
I.:"Oooohhh.... Naja egal, wo kommst du denn her? Phoenix?"
L.M.:"Nö, Tucson"
I.:"Gehst du etwa zur UofA?"
L.M.:"Mmmhh... Njoa"
.... Ende des Gesprächs. Dazu ist zu sagen, dass Phoenix die Heimat der ASU ist und die ASU und die UofA sich in etwa so eine Fanfreundschaft pflegen, wie Schalke und Dortmund Fans. Naja der Abend war trotzdem schön. Das Endresultat sah dann so aus:
So gings dann nach Hause. Gute 4 Stunden nachdem ich mein Bett erreicht hatte, hat mir dann auch mein Wecker sein Morgengebet vorgesungen. Nachdem ich ungefähr 15min gebraucht habe, um die letzten reste von Schwarzrotgold zu beseitigen (ich dachte das wäre vielleicht angebracht) ging es in die Uni um besagte Präsentation vorzutragen. Ruhmreich wars nicht, mein Spontanfachenglisch ohne Vorbereitung würd ich mal mit einem soliden mittelprächtig benoten. Aber es hat gereicht. Und wieder einmal blieb das Fazit: Schön wars.