We're walking dümmdidümm - Tag 9
Für San Francisco Tag 2 war die Besichtigung der Downtown geplant. Los gings am (relativ) frühen morgen mit dem Bus in Richtung Hyde Street. Von dort aus wollten wir mit dem Cable Car gemütlich Richtung Union Square tuckeln. Wollten. Denn in der Hyde Street angekommen wollte einfach kein Cable Car kommen. Nachdem ca. 20 Minuten ereignislos verstrichen sind und vier Cable Cars in die entgegengesetzte Richtung an uns vorbeigefahren sind, haben wir beschlossen "Nö" zum warten zu sagen und einfach schon mal loszulaufen. Natürlich kam es wie es kommen musste und mitten zwischen zwei Stationen kam das erste, wenn auch überfüllte, Cable Car an uns vorbeigefahren. An der nächsten Station haben wir wieder 10min gewartet (und den Ausblick auf Alcatraz genossen).
Wieder sind drei Cable Cars in die andere Richtung vorbeigefahren und nichts kam in unsere Richtung. Der Beweis: mein gequält glücklicher Gesichtsausdruck.
Als wir erneut beschlossen haben bis zur abermals nächsten Station zu laufen, war uns eigentlich schon klar, was dann auf dem Weg zwischen den zwei Stationen passieren musste und auch logischerweise geschah. Wieder eins verpasst. Da aber inzwischen so viele Wagen in die andere Richtung gefahren waren, war uns kaum Bange. Dann sahen wir auch endlich eins. Mit leuchtenden Augen und zitternden Knien standen wir da... und das Zuckelding fuhr einfach an uns vorbei. Hmpf. Naja das nächte musste ja bald kommen. Dieses empfingen wir dann auch mit verhaltenerer Freude. Zu Recht, denn auch diesmal machte der Fahrer keinerlei Anstalten anzuhalten. Dass wir so hässlich sind, dass uns die Fahrer einfach ignorieren, wollten wir nicht wahr haben. Also haben wir beschlossen eine Station weiterzugehen und haben uns eingeredet, dass es vielleicht an der Station an der wir zuvor gewartet hatten gelegen hat. Auf dem Weg haben uns diesmal gleich zwei Wagen passiert. Irgendwann hatten wir dann einfach keinen Bock mehr auf Cable Car und außerdem waren wir inzwischen auch schon fast zu Fuß am Union Square angekommen. Der zurückgelegte Höhenunterschied war mittlerweile beträchtlich.
Zwischen zwei Stationen kam dann, wieder ein Wagen an uns vorbeigefahren und ich hab beschlossen einfach noch mal mein Glück zu versuchen. Und tatsächlich hielt der Zauberschlitten an. Als wir dann aber vom Fahrer darauf aufmerksam gemacht wurden, dass wir auch für die letzten paar hundert Meter noch den vollen Fahrpreis von 5$ zu bezahlen hatten wir einfach die Schnauze voll und haben ihm gedanklich den Mittelfinger gezeigt und verbal nett abgelehnt. Wer braucht schon Cable Cars? Am Union Square angekommen gabs erstmal ein belohnendes Sandwich vom Quiznos-Händler. Dann stand Besichtigung und Fotoshooting an.
Am Union Square selbst gibt es eigentlich außer dem netten Obelisken im Hintergrund und zahlreichen "Modeeinzelhändlern" nicht viel zu bewundern. Aber da wir schon mal da waren, wurde beschlossen mal einen Blick in den GUESS-Store zu werfen. Es konnte ja niemand ahnen, das gerade an diesem Tag alle Sachen um 50% reduziert waren. Mit vollen Taschen und einem Grinsen im Gesicht gings dann weiter durch die Downtown. Auf diesem Foto zu bewundern: Herr Navigator bei der Arbeit:
Gesucht wurde das Transamerica Building ("Wolkenkratzerpyramide")
Wir haben überall geguckt.
Vergeblich. Dann gings Richtung Chinatown. Dort gibts zum Beispiel leckere Hühnerbeine beim Fleischer, um die Ecke zu erwerben.
Vor unseren Augen hat übrigens auch ein Kunde (offensichtlich asiatischer Herkunft) freudestrahlend ein gutes Pfund erworben. Den Sonnenuntergang haben wir uns auf dem Coit-Tower (ein Turm auf einer der zahlreichen Erhöhungen San Franciscos) angeguckt. Von dort aus konnte man sogar das sagenumworbene, vielgesuchte Transamerica Building sehen.
Ausserdem zu sehen: Goah mit einem herzallerliebsten Lächeln im Gesicht.
Anschließend gings zur Fisherman's Wharf zum Abendbrot Schnappen. Leider gibts dort keinerlei Fischbrötchen und wir mussten uns mit Clam Chowder zufriedengeben.
Mit vollem Magen haben wir uns dann auf den Weg zum Internet-Café gemacht, wo die Abendplanung diesmal ein wenig professioneller beschlossen wurde. Goah hat einen Club irgendwo Downtown ausgemacht. Das hat zwar einen etwas komplizierteren Anfahrtsweg mit sich geführt, aber die Hoffnung auf einen schönen Abend war so groß das dieser Nachteil sofort gedanklich nichtig gemacht wurde. Nach kurzem Schnoppeln, Vorglühen und längerer Busfahrt haben wir uns dann auf den Weg gemacht.
Am Zielort angekommen muss man zugeben, dass es dort auf den ersten Blick schon ein wenig nach Ghetto ausgesehen hat... und der zweite Blick hat den ersten Eindruck leider nur verschärft. Auf unserem Weg zum Club sind wir dann auch zwei-dreimal auf Drogen verschiedenster Art angesprochen worden und die Ansammlungen von Menschen sahen auch nicht allzu sypathisch aus. Aber egal... wir waren on fire. Nur leider wurde der Club den wir uns ausgesucht hatten schon von außen von uns als leer ausgemacht. Zum Glück gab es nebenan gleich nebenan die folgende Lokalität:
Was soll ich sagen: es war schlichtweg ein Traum! Endlich ein Club wie er mir gefällt. Wir hatten auf jeden Fall richtig Spaß.
Negative Kommentare zu diesem Foto kann man sich sparen wenn man das folgende Foto gesehen hat.
Auf dem Weg nach Hause mussten wir zuerst eine gefühlte Ewigkeit auf den Bus warten. Gottseidank wurde ich bestens von einem "leicht" benebelten Herrn Stötzer unterhalten. Es war mal wieder ein Feuerwerk der guten Unterhaltung. Goah hat ununterbrochen gemuffelt, weil er offensichtlich mit der Gesamtsituation nicht allzusehr einverstanden war, ich habe gelacht.
Im Bus war er dann der festen Überzeugung, dass wir falsch fahren, hat aber irgendwie nicht mehr die richtigen Informationen aus dem Busplan herausquetschen können, um seine Vermutung mit Fakten zu bekräftigen.
Irgendwie haben wir es letztendlich jedenfalls noch sicher in unser Hotel geschafft und so unseren Körpern ein wenig Ruhe gönnen können... und wenn es mich nochmal irgendwann nach SF verschlagen sollte, weiß ich jetzt wo ich abends auf jeden Fall hingehen werde.

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